Theoretische Fragen in der Tierkommunikation
Die bisherige Beschreibung der Tierkommunikation umfasste unweigerlich einige grundlegende theoretische Annahmen über ihre Verhaltensfunktionen und die relativen Vorteile der verschiedenen sensorischen Kanäle. Es sind jedoch einige zusätzliche Punkte zu beachten.
Evolutionäre entwicklung
Mehrere theoretische Ideen über die Entwicklung kommunikativer Mechanismen gehen auf Darwins Ausdruck der Gefühle bei Mensch und Tier (1872) zurück. In dieser Arbeit stellte er drei allgemeine Prinzipien vor, die sich in neueren Analysen des Themas zum Teil widerspiegeln. Sein erstes Prinzip war das "brauchbare Gewohnheiten", was als die Vorstellung verstanden werden kann, dass Handlungen, die ursprünglich aus anderen Gründen entwickelt wurden, für eher spezialisierte kommunikative Zwecke ausgewählt werden könnten. Eines von Darwins Beispielen war das Zurücklegen der Ohren bei Katzen als Teil des Gesichtsausdrucks der Angst. Zusammen mit der Verengung der Augen hatte er anfangs eine rein schützende Funktion. In diesem Fall ist nicht klar, wie angenommene ursprüngliche und spätere kommunikative Funktionen getrennt werden können. Moderne Ethnologen verwenden jedoch das ähnliche Konzept der Ritualisierung anhand vieler anderer Beispiele.
Diskrete und abgestufte Signale
Das verbleibende von Darwins drei Prinzipien ist das der "Antithese". Der Schwanz eines Hundes zeigt Glück in der Höhe, Traurigkeit zwischen den Beinen: Im Allgemeinen werden entgegengesetzte Emotionen durch entgegengesetzte Bewegungen ausgedrückt. Dies vereinfacht zweifellos sowohl die Erstellung als auch die Interpretation von Nachrichten. Es beinhaltet auch die Möglichkeit, dass ein kontinuierlich variierendes Signal eine Reihe von Informationen vermitteln kann: Es gibt gute Gründe zu der Annahme, dass Zwischenpositionen eines Hundeschwanzes emotionale Zwischenzustände vermitteln, und es gibt viele andere Beispiele, insbesondere im Gesichtsausdruck, und Gesten, die dazu führen die Stimmung eines Individuums vermitteln. Im Gegensatz dazu werden Signale als "diskret" betrachtet, wenn ihre Produktion unveränderlich und stereotyp ist oder wenn Reaktionen auf sie alles oder nichts auftreten. Die für die Gruppen- und Artenerkennung relevanten Kategorien können in diese Kategorie fallen, z. B. Kontaktrufe bei Vögeln und das Aufleuchten von Glühwürmchen. Rezeptionsreaktionen auf diskrete versus abgestufte Signale können mit der Unterscheidung zwischen kategorialer und kontinuierlicher Wahrnehmung der menschlichen Sprache verglichen werden, obwohl nicht immer geprüft wird, ob variable Signale tatsächlich ausgelöst werden oder nicht. Eine andere terminologische Variante bezieht sich auf "analoge" oder "digitale" Signale
Kommunikation und Ökologie
Die Analyse der Tierkommunikation ist darauf ausgerichtet, ihre Funktionen zu entdecken, die zuvor in diesem Artikel ausführlich beschrieben wurden. Variationen bei den verwendeten Modalitäten und bei der Abbildung von Beziehungen zwischen den erzeugten Signalen und den von ihnen hervorgerufenen Antworten sollten theoretisch hinsichtlich der Details der Umgebungsbedingungen, an die eine bestimmte Art angepasst ist, erklärbar sein, auch wenn dies nur von Fall zu Fall unterstützt wird. Fallprüfung. Die physische Umgebung schränkt die Wahl der Modalität in dem Beispiel der fehlenden visuellen Kommunikation bei nächtlichen Arten eindeutig ein, und eine detailliertere Untersuchung zeigt Übereinstimmungen zwischen z. B. den genauen Charakteristiken von Vokalisationen und denen, die für eine optimale Streuung unter gegebenen geographischen Bedingungen am besten geeignet sind. Die soziale Umgebung einer Spezies und ihrer Individuen ist nicht weniger wichtig.
Vererbte Nebenbedingungen und Universalien
Die Annahme, dass Tierkommunikationssysteme sich an die Gegebenheiten der jeweiligen Spezies angepasst haben, führt unter anderen Umständen zu der Erwartung, dass sowohl die Struktur der motorischen und sensorischen Organe, die für diese Zwecke eingesetzt werden, als auch die Verhaltenssteuerungsfunktionen der Nervensysteme, die steuern sie werden von Natur aus bestimmt sein. Biologen wundern sich nicht über artspezifische Universalien. Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Erwartung, zumindest bei Vögeln und Säugetieren. Die Hauptkategorie besteht darin, dass Individuen in sozialen Gruppen lernen, sich durch Sehen, Tönen und Riechen zu erkennen.

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